Grundlagen von Handelssystemen
Handelssysteme bestehen aus einer Kombination von Regeln, aufgrund derer Kauf- und Verkaufsignale generiert werden. Handelssysteme können dem Anleger zwar nicht verraten, auf welche Art und Weise man an den Finanzmärkten Gewinne erzielen kann, aber sie können sehr hilfreich bei der Entwicklung von Handelsideen und deren Überprüfung auf Erfolg sein. Handelssysteme ermöglichen unter Verwendung von historischen Daten den Test von Anlagestrategien. Ziel ist es ein System zu entwickeln, das in der Vergangenheit gut performed hat und dessen Kenngrößen darauf schliessen lassen, dass es in Zukunft ebenso erfolgreich sein könnte.
Vorteile von Handelssystemen
Der besondere Reiz an Handelssystemen besteht darin, dass präzise Handelsregeln das Traden unterstützen und die Emotionen in den Hintergrund rücken. Jeder kennt sicherlich den Entscheidungsprozess: Soll ich jetzt einsteigen oder nicht? Alle Emotionen kommen hoch, man wägt alle seine Kriterien ab und entscheidet schliesslich. Ein Handelssystem kann einem diese Entscheidung abnehmen. Das System bietet nur zwei Möglichkeiten: Kauf oder Nichtkauf und das ohne Emotionen. Man braucht eigentlich nur dem System zu folgen. Dies bedingt, daß man dem System vertraut und daß es ausreichend getestet wurde. Dazu in einem späteren Abschnitt mehr.
Die Erfolgsaussichten sind mit guten Handelssystemen besser. Was sich in der Vergangenheit bewährt hat, sollte auch in der Zukunft gute Resultate bringen
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß man sein Traden verbessern kann, wenn man nach eindeutig nachvollziebaren Regeln handelt. Tradet man unsystematisch und erleidet Verlusttrades, so weiß man gar nicht wo man eine Optimierung ansetzen soll. Erkennt man bei einem systematischen Ansatz, daß zu viele Fehltrades auftreten, so läßt sich dieser genauso systematisch verbessern.
Der größte Vorteil von Handelssystemen ist die Testbarkeit ohne reales Geld zu "verbraten". Jede Handelsidee läßt sich auf Basis historischer Daten testen. Schließt dieser Test negativ ab, man würde also Geld verlieren, so sind natürlich die Erfolgsaussichten für zukünftige Trades nicht rosig. Aber um diese Erkenntnis zu bekommen, bedient man sich nur dem PC und braucht nicht real zu traden, verliert also auch kein Geld.
Aufbau eines Handelssystems
Jedes Handelssystem ist in der Regel gleich aufgebaut. Es gibt einen grundlegenden Handelsansatz, darauf aufbauende Einstiegs- und Ausstiegsregeln sowie eine Stoppstrategie. Dazu kommt dann noch ein systematisches Risiko- bzw Moneymanagement.
Handelsansatz
Der Handelsansatz ist die grundlegende Idee des Systems. Dies kann man in einfachen Worten beschreiben. Dazu benötigt man noch keine Indikatoren. Man formuliert also den Handelsansatz. Man könnte sich folgenden einfachen Handelsansatz vorstellen: Kaufe immer dann, wenn die Aktie einen starken Trend aufweist und neue Hochs markiert. Ein Ausstieg soll dann erfolgen, wenn der positive Trend bricht und neue Tiefs markiert werden.
Einstiegsregeln
Den oben beschriebenen Ansatz gilt es nun in Regeln zu kleiden. Hier kommen dann Indikatoren zum Einsatz, die z.B. über die Trendstärke Auskunft geben. Ein Studium dieser Indikatoren ist meines Erachtens lohnenswert. Man sollte sich die Mühe machen die wichtigsten Indikatoren zu verstehen und deren Einsatz in der Praxis in Erwägung ziehen. Die Einstiegsregel könnte wie folgt aussehen: close > SMA(40) und close > HIGHEST(high,10)[1], was soviel bedeutet wie: Einstieg, falls der Schlußkurs (close) über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 40 Tage schließt und gleichzeitig das höchste Hoch der letzten 10 Tage überschritten wird.
Ausstiegsregeln
Genauso wie für die Einstiegsregeln sind natürlich Regeln für den Ausstieg zu formulieren. Im Beispielansatz könnten die Regeln wie folgt aussehen: close > LOWEST(LOW,10)[1], also Ausstieg falls der Schlusskurs unter den Tiefstkurs der letzten 10 Tage rutscht.
Stoppstrategie
Zusätzlich zu den Regeln für den Ausstieg sind auch sogenannte Stopps sinnvoll. Sie sollen größere Verluste vermeiden aber auch bereits erzielte Gewinne sichern
Performancekennzahlen
Nachdem man ein Handelssystem mit allen Regeln und Stopps definiert hat, möchte man natürlich wissen, "wie gut" das Handelssystem performt. Hierfür gibt es eine ganze Reihe von Kennzahlen, die Aufschluß darüber geben, wie das System in der Vergangenheit performt hätte.
Risikomanagement
Ein nicht zu unterschätzendes Kapitel nimmt das Thema Risikomanagement ein. Denn man möchte natürlich nicht nach 5 Verlusttrades gleich das ganze Kapital verlieren. Und da stellt sich die Frage: Wie hoch darf der Einsatz pro Trade sein, wieviel Kapital benötige ich usw.