Mustererkennung
Wer kennt sie nicht - die japanischen Candlesticks. Beschäftigt man sich intensiver mit diesen Kerzen, so fallen einem immer wiederkehrende Muster auf. So gibt es bestimmte Muster, die eher auf steigende Kurse hindeuten und umgekehrt. Zu diesem Thema gibt es inzwischen ausführliche Analysen, spezielle Muster erhielten sogar eigene Namen wie z.B. Morning Star usw. Auf der folgenden Seite sind alle Informationen über die Candlesticks zu finden: Candlesticks.
Die Frage die sich nun stellt: Kann man Kursmuster auch als Handelsansatz heranziehen? Wie zuverlässig sind diese Muster?
Um es vorwegzunehmen, Kursmuster sind keine automatische Gelddruckmaschine. Aber die Formationserkennung sind meiner Meinung nach eine hervorragende Ergänzung zur technischen Analyse und können Handelssysteme deutlich aufwerten. Der große Vorteil von mustererkennenden Handelsansätzen ist die schnelle Reaktionszeit, man ist also schnell im Markt und wenn man etwas Glück hat kristalliert sich ein Trend heraus und man war von Anfang an dabei.
Beispiel
Es soll das Kursmuster close>high[3] und high[1]<high[2] und high[2]<high[3] getradet werden. Das folgende Bild zeigt wie dies im Chart aussieht.
![]() |
Drei Tage in Folge markiert der Kurs schwächere Hochs. Am Folgetag setzt eine deutliche Kurserholung ein und der Kurs steigt über das Hoch vor drei Tagen. Dieser Ansatz wird nun um ein sehr einfaches Ausstiegsszenario ergänzt: am fünften Tag nach dem Kauf soll zum Schlußkurs verkauft werden. Man ist also maximal 5 Tage investiert. Dies ist ein sehr einfaches Szenario, soll aber die Möglichkeiten beim Umgang mit Kursmustern in Handelssystemen verdeutlichen.
Der folgende Chart zeigt die Handelssignale für den DAX in den letzten 10 Jahren:
![]() |
Insgesamt ergibt sich folgendes Ergebnis:
Das Kursmuster führt zu 33 Trades, wobei immerhin 75,8% aller Trades postiv sind. Der Profitfaktor ist mit 7,25 hervorragend. Auch die maximale Verlustserie ist mit zwei Trades sehr gering. Der Maximale Verlust ist mit 113 Punkten gegenüber dem maximalen Gewinn von 391 Punkten auch akzeptabel.
Fazit: Man hätte mit diesem Minisystem durchaus seine Freude gehabt. Optimiert man dieses System mit Filter und einer passenden Stoppstrategie, so könnte man das Ergebnis sicherlich weiter verbessern.
Das Beispiel zeigt, daß Kursmuster durchaus in Handelssystemen eine sinnvolle Ergänzung sein können. Zu berücksichtigen ist allerdings, daß es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, entsprechende Muster zu analysieren und erfolgreich in ein System zu integrieren. Aber es lohnt sich!

